Der Markenname Freelander ist zurück – und das mit einem echten Palamäschlag. Noch pünktlich zu seinem offiziellen Marktstart in China hat das neue, knapp 3 Tonnen schwere EREV-Flaggschiff Freelander 8 (aus dem Joint Venture Chery Jaguar Land Rover) einen neuen Guinness-Weltrekord aufgestellt. Auf dem eisigen, schroffen Terrain in Tibet kletterte das SUV auf schwindelerregende 6.002,33 Meter Höhe und überbot damit den bisherigen Hybrid-Rekord des BYD Fang Cheng Bao Bao 5 um knapp 22 Meter.
Doch wie schafft es ein schweres Luxus-SUV, in extremer Höhe, auf losem Schiefer und bei drastisch reduziertem Sauerstoffgehalt nicht zu kapitulieren? Ein Blick unter das Blech offenbart faszinierende Ingenieurskunst.
Turbopower gegen den Sauerstoffmangel
Auf rund 6.000 Metern Höhe sinkt der Luftdruck auf schlappe 47,2 kPa – der verfügbare Sauerstoff halbiert sich im Vergleich zum Meeresniveau. Das ist nicht nur für Menschen, sondern vor allem für Verbrennungsmotoren eine brutale Härteprobe, da die Sauerstoffzufuhr für die Stromerzeugung des Range-Extenders kollabiert.
Der Freelander 8 löst dieses Problem mit einem hochgezüchteten 1,5-Liter-Turbo-Vierzylinder. Der Turbolader arbeitet mit einem extrem hohen Druckverhältnis, um den fehlenden Umgebungsdruck auszugleichen. Das Resultat: Der Range-Extender behielt während des gesamten Anstiegs 80 % seiner Nennleistung bei und versorgte die Elektromotoren lückenlos mit Energie.
Cleveres Zweigang-Getriebe für 8.000 Nm Raddrehmoment
Angetrieben wird das SUV von einem bärenstarken Dual-Motor-Allradsystem mit satten 610 kW (818 PS), aufgeteilt in einen 360-kW-Front- und einen 250-kW-Heckmotor.
Das technologische Ass im Ärmel für den Rekordlauf ist jedoch das Zweigang-Reduktionsgetriebe an der Hinterachse:
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Im ersten Gang multipliziert das System das Drehmoment um den Faktor 1,5.
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Das erzeugt ein gewaltiges Raddrehmoment von bis zu 8.000 Nm – quasi eine integrierte Gelände-Untersetzung für extreme Steigungen.
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Der Clou: Weil das Getriebe die Last aufteilt, musste weniger roher Strom aus der Batterie gepresst werden. Das senkte die elektrischen und thermischen Verluste massiv. Ein enorm wichtiger Faktor, da die dünne Luft in dieser Höhe kaum Kühlleistung bietet.
Unibody-Struktur und High-Tech-Basis
Im Gegensatz zu vielen klassischen, auf Leiterrahmen basierenden Hardcore-Offroadern setzt der Freelander 8 auf eine verwindungssteife Monocoque-Struktur (Unibody). Die Herausforderung, auf 1.480 Metern losem Schotter und steilem Schiefer das Fahrwerk nicht zu zerlegen, meisterte er in Kombination mit einer Luftfederung und kontinuierlich variabler Dämpfung (CDC) mit Bravour – und das ohne nennenswerte strukturelle Schäden.
Markteintritt und Preise
Gebaut im chinesischen Changshu, startet der Rekordbrecher zu wettbewerbsfähigen Preisen zwischen 289.000 und 379.000 Yuan (ca. 41.000 bis 53.700 USD). Damit wildert er direkt im Revier von Größen wie dem Li Auto L8 oder dem Huawei-gestützten Aito M8. Neben dem Range-Extender-System setzt er auf eine 800V-Architektur, einen 60,33 kWh starken CATL-Akku sowie Huaweis fortschrittliches Qiankun ADS 5-Assistenzsystem mit LiDAR.
Ob sich diese High-End-Technik im harten europäischen Alltag bewährt oder ob es den Freelander bald auch zu uns zieht, bleibt spannend zu beobachten – auf ChinaCarInsider halten wir dich auf dem Laufenden!


